MailChimp wechselt von Double-Opt-In zu Single-Opt-In – Sie müssen handeln!

Überraschend hat MailChimp am 24.10.2017 angekündigt, den Standard für die Listenanmeldung ab November vom bisher gebräuchlichen Double-Opt-In auf Single-Opt-In umzustellen. Was für die Anmeldezahlen gut ist – ein nicht unbeträchtlicher Teil der potentiellen Abonnenten geht in diesem zweistufigen Prozess verloren – birgt für deutsche MailChimp-Anwender Risiken.

Problematisch ist die Entscheidung von Seiten MailChimps, diese Änderung rückwirkend für alle bestehenden Accounts durchzuführen! Ab dem 1.11.2017 verfügen somit alle Accounts nur noch über Single-Opt-In und der Account-Inhaber ist so möglicherweise rechtlichen Risiken ausgesetzt.

Glück im Unglück: MailChimp sendet den Account-Inhabern einen individuellen Link zu, über den sie ihre Listen vor dem 31.10.2017 für den Verbleib im Double-Opt-In markieren können. Jeder Account-Inhaber muss aber vor dem Stichtag aktiv werden!

Während diese Änderung global ausgerollt wird, sind aber nicht alle Accounts von der Änderung betroffen. Die Änderungen sind für Sie nicht relevant wenn Sie:

  • Die Listen ausschließlich(!) manuell (CSV-Upload, Admin-Add, Copy+Paste von Excel) pflegen.
  • Die Listen ausschließlich(!) über die MailChimp-API befüllt werden, denn die API gibt selbst vor ob Single- oder Double-Opt-In genutzt wird.
  • Die Listen ausschließlich(!) über ein CRM wie Salesforce befüllt werden.
  • Die Listen Empfänger Bestandskunden im Sinne von § 7 Abs.3 UWG sind und somit kein Double-Opt-In nötig ist.

Aber auch wenn dies auf Ihre Listen zutrifft, schadet es nicht, bereits im Vorfeld, spätestens aber ab 1.11., Ihre Listen dennoch umzustellen, so dass auch nicht versehentlich ein Empfänger ohne Double-Opt-In darauf landet.

Für weitere Fragen stehe ich unter info@mailchimp-agentur.de gerne zur Verfügung.

Update 25.10.:

MailChimp hat sich auf meine Anfrage bei mir zurückgemeldet und folgenden Link bereitgestellt, über den man jederzeit den Status der einzelnen Listen einsehen und anpassen kann: http://admin.mailchimp.com/lists/opt-in-status/

Update 26.10.: Weitere Meldungen zu diesem Thema:

24.10.2017 „Ankündigung“ von MailChimp im Blog https://blog.mailchimp.com/fresh-new-pop-up-forms-to-grow-your-list/
25.10.2017 Rechtliche Einschätzung von RA Dr. Schwenke https://drschwenke.de/achtung-mailchimp-double-opt-in/
26.10.2017 heise Newsticker zum Thema https://www.heise.de/newsticker/meldung/MailChimp-wechselt-auf-Single-Opt-in-Seitenbetreibern-drohen-Abmahnungen-3874069.html
26.10.2017 Onlinehändler News https://www.onlinehaendler-news.de/recht/rechtsfragen/30243-umstellung-single-opt-in-alle-mailchimp-abmahngefahr.html

Listenname ist für Abonnenten sichtbar

Jede MailChimp-Liste verfügt über einen Namen. Dieser Name sollte in erster Linie für die Listenbetreuer aussagekräftig sein, weswegen sich Listennamen wie „Newsletter 1“, „Newsletter 2“ etc. eher verbieten. Beachten Sie aber, daß der Listenname auch für Abonnenten sichtbar ist!

Im vorliegenden Beispiel des Newsletters des Ankerherz-Verlags trägt die Liste den irritierenden Namen „Import 1.10.2014“ – was prompt auch so in der Double-Opt-In Mail erscheint. Auch als langjähriger MailChimp-Kenner war ich zunächst verwundert über diese Datumsangabe, bis mir dann einfiel, dass es sich um den Listennamen handelt.

Listenname in fünf Formularen!

In den derzeit 23 Formularen, die jeder Liste zugeordnet sind, kommt der Name der Liste insgesamt auf fünf Formularen vor. An vier dieser Stellen könnten Sie den Listennamen weglassen, wenn Sie das Formular entsprechend anpassen. Bei der „Profile Update Email“ geht dies jedoch nicht – bei diesem Formular sieht der Abonnent auf jeden Fall den Namen.

Sinnvoller ist es da schon, die Listennamen so zu wählen, daß Abonnenten davon nicht verwirrt werden. Im Beispiel wäre  „Ankerherz-Newsletter“ vermutlich eine gute Wahl gewesen.

Fehlende Adressen nach dem Adressimport

Immer wieder sind Anwender irritiert, dass beim MailChimp Adressimport nicht alle Einträge übernommen werden. Die Ursachen sind meist recht simpel. Die häufigsten Probleme sind leicht zu beheben.Setzt man ein MailChimp-System neu auf, sind meist eine ganze Reihe von Bestandsadressen zu importieren. Seien es Daten aus einer abgelösten E-Mail-Marketing Lösung oder Kundenlisten – in der Regel müssen mehrere tausend Adressen importiert werden. Üblicherweise nutzt man dafür den TXT oder CSV-Upload oder Kopieren/Einfügen aus Excel. Dabei ist es äusserst selten, dass alle Adressen komplett importiert werden. Fehlende Adressen nach dem Adressimport weiterlesen